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Antworten auf medizinische Fragen
von Dr. med. Ewald Leide

Gibt es eine Altersbegrenzung für
das Saunabaden?
Was bewirkt ein Aufguss?
Ist Sauna gut gegen oder bei
Erkältung?
Sauna - Gefahr für die Haut durch
die Hitze?
Wie groß ist die Herzbelastung durch
Sauna?
Wie soll man mit Blut-Hochdruck
(Hypertonie) in der Sauna baden?
Darf man mit Krampfadern in die
Sauna gehen?
Wird man durch das Saunabaden
schlanker?
Dürfen Nierenkranke Saunabaden?
Sind wechselwarme Fußbäder zu
empfehlen?
Wann darf ein Patient nach
Herzinfarkt in die Sauna?
Ist nach Herz-Bypass-Operation
das Saunabaden zu empfehlen?
Wie beeinflusst die Sauna
Zuckerkranke (Diabetes mellitus)?
Darf ein Patient mit
rheumatischer Arthritis in die Sauna?
Mit Nierensteinen in die Sauna?
Sauna - Ein besonderes Vergnügen
Der Gang in die Sauna ist bei vielen Besuchern mit einer Reihe von
Erwartungen verbunden. Manche Vorfreude richtet sich darauf, dass es
angenehme und entspannte Stunden werden mit körperlichem und psychischem
Wohlbefinden. Für solch ein Vergnügen wird die alltägliche Arbeit und
Sorgen beiseite geschoben. Solch einen Freiraum muss sich mancher
Sauna-Freund erst schaffen.
Mit einer guten Ausrüstung und guter Stimmung erreicht er dann die
Sauna-Anlage und stürzt sich ins Vergnügen. Bei manchen Besuchern
bemerkt man, dass er sich Gedanken über seinen Trinkbedarf macht. Ein
anderer macht sich Gedanken über seine Zucker- oder Herzkrankheit.
Daraus erkennt er, dass die „Finnisch Sauna“ im Bereich der
Wohlfühl-Behandlungsmethoden seinen Körper anders beeinflusst als z.B.
das Schwimmen in einem Schwimmbad.
Es gibt wohl auch unterschiedliche Erfahrungen der einzelnen Besucher in
dem Erlebnis der Sauna-Wärme-Einflüsse und dem anschließendem Kältebad.
Mir sind einige Sauna-Besucher begegnet, die erzählten, dass sie ein
Saunaklima nur wenige Minuten vertragen können. Sie müssen nach wenigen
Minuten die Saunakabine verlassen. Von anderen habe ich erzählen gehört,
dass sie einen normalen Saunagang bis zu 30 Minuten ausdehnen und zwar,
weil sie verzögert ins Schwitzen kommen und dann auch die Schwitzzeit
verlängern. Danach dehnen sie die Abkühlphase entsprechend großzügig
aus. Es gibt auch Saunafreunde, die ganz darauf erpicht sind, einen oder
mehrere intensive Aufgüsse zu erleben.
Manche Kuriositäten haben sich innerhalb der Saunabesuche
herausgebildet, z.B. der Besuch einer Eishöhle mit minus 10 – 20°C. Es
gibt auch Wettbewerbe um den längsten Aufenthalt in einer 100°C Sauna
mit Weltrekord-Ehrgeiz.
Die normale, inzwischen als klassische „Finnische Sauna“ bezeichnete
Sauna-Art wird jedoch von den allermeisten Saunabesuchern bevorzugt -
mit der Erwartung auf ein körperliches Wohlbefinden. Diese dosierte und
beherrschbare Wärmeeinwirkung auf den Körper hat aus der Sicht eines
Naturwissenschaftlers eine sehr komplexe Einwirkung auf den Organismus.
Solche natürlichen Veränderungen und Reaktionen des Körpers sind
erwünscht, weil sie angenehme Reaktionen veranlassen und außerdem keine
körperlich schädigenden Folgen haben. Mit dieser klassischen „Finnischen
Sauna“ schädigt man den gesunden Körper in keiner Weise.
Die Wärmeeinwirkung von 80°C und die relative Luftfeuchte von etwa 40 -
50 % bewirkt durch die Schweißreaktion und ergänzende Körperreaktionen
(auch der inneren Organe) den Schutz der Lebensfähigkeit des gesamten
Organismus. Es ist ja bekannt, dass wir als Warmblüter eine natürliche
Körpertemperatur von 36 - 37 °C als Voraussetzung für einen normalen
Stoffwechsel brauchen. Jede wesentliche Abweichung von diesem
Wärmeniveau muss als lebensbedrohliche Situation des Körpers angesehen
werden. Die Schweißsekretion ist also eine lebenserhaltende Reaktion des
Körpers und damit unerlässlich. Der zur Kühlung notwendige Wasserverlust
ist vor oder während der Sauna auch entsprechend zu ersetzten, um das
Austrocknen des Organismus zu vermeiden. Diese Frage scheint mir von
manchen modernen Zeitgenossen nicht ausreichend beachtet, so dass sie
ohne viele Wasserreserven des Körpers in die Sauna gehen, mit der Folge,
dass hin und wieder Kreislauf-Probleme auftreten. Besonderes Augenmerk
sollte man darauf lenken, dass man nicht zu viele wassertreibende
Genussmittel (Koffein, Teein, Alkohol) trinkt, bevor man die Sauna
betritt. Es ist viel sinnvoller und von Natur aus notwendig, dass man
vor dem Saunabesuch eine Wasserreserve in Form von z.B. Mineralwasser,
Obstsäfte, Milch trinkt. Damit hat man eine Kühlwasser-Reserve angelegt
und insbesondere das Herzkreislaufsystem gestützt, sowie auch die
Schweißreaktion der Schweißdrüsen ermöglicht |